Das Tesla Model Y ist ein Bestseller. Noch. Denn was lange wie ein Selbstläufer schien, schwächelt zuletzt: sinkende Verkaufszahlen, immer mehr Konkurrenz, schrumpfende Innovationsvorsprünge. Höchste Zeit also für ein Facelift. „Juniper“ heißt das Auffrischungsprogramm, und das hat es optisch durchaus in sich. Neue Schürzen, schärfere Scheinwerfer, cleane Rückleuchten und ein Ultra-Red-Lack, der sogar SUV-Muffel zum Staunen bringt. Aber reicht das?
Wir haben die neue Long-Range-RWD-Variante getestet – also die heckgetriebene Version mit 220 kW (299 PS), 622 Kilometern WLTP-Reichweite (mit 19-Zoll-Felgen) und 250 kW Ladeleistung. Und wir sagen es gleich: Es gibt einiges zu loben. Und einiges, das nach wie vor ziemlich Tesla ist – im Guten wie im weniger Guten.
Beginnen wir beim Exterieur: Das neue Gesicht macht Eindruck. Schmalere Scheinwerfer, aggressiverer Look, ein bisschen Cybertruck-Flair. Am Heck gibt es jetzt diese abgedunkelte LED-Projektionsleiste, die das Rücklicht-Design endlich vom Einheitsbrei abhebt. Das sieht modern aus, fast schon futuristisch. Auch der Rest wirkt inzwischen erstaunlich stimmig – ein bisschen SUV, ein bisschen Coupé, viel Tesla. Die Farbe Ultra Red? Steht dem Ding hervorragend.
Weniger elegant geht’s beim Lichtbild zur Sache: Die neuen adaptiven Matrix-Scheinwerfer funktionieren grundsätzlich gut, wirken im Fernlichtbetrieb aber unruhig – ständiges Auf- und Abblenden sorgt für ein gefühltes Flackern. Da geht es anderswo entspannter zu.
Innenraum? Überraschend angenehm. Stoffbezogene Flächen, sanfte Materialien, deutlich weniger Hartplastik als früher. Fast ein bisschen skandinavisch. Der riesige Touchscreen thront wie gewohnt zentral – steuert alles, kann fast alles, nervt aber auch. Die Schrift ist klein, das Menü verschachtelt, vieles wirkt wie in einer Designstudie entworfen – aber nicht wie in einem Auto, das man bei 130 km/h bedienen muss. Immerhin: Nach ein paar Tagen findet man sich halbwegs zurecht.
Kleines Highlight hinten: Ein eigenes Touch-Display für die Mitfahrer. Temperatur regeln, Musik hören, YouTube gucken. Wer Kinder hat, wird’s lieben. Wer keine hat, vielleicht auch.
Was das Model Y aber wirklich kann: Fahren. Der Hecktriebler geht angenehm spontan zur Sache, bietet mehr als genug Leistung für den Alltag – auch auf der Autobahn. Bis 205 km/h läuft der Tesla souverän, leise und effizient. Der Verbrauch? Beeindruckend. Bei sparsamer Fahrweise geht’s unter 12 kWh/100 km, im Mix pendelt man sich bei rund 17 kWh ein. Kein anderer großer E-SUV ist derzeit effizienter.
Weniger überzeugend: das Fahrwerk. Trotz Facelift spürbar straff, fast schon hoppelig. Komfortabel ist anders. Die Lenkung? Direkt, aber gefühllos. Und die Bremse? Schwergängig und mit überraschend wenig Biss – gut, dass die Rekuperation viel bremst, sonst wäre es sportlich gesehen dünn.
Viel Platz, riesiger Kofferraum (über 2.150 Liter maximal), ordentliche Sitze – auch hinten. Man sitzt hoch, aber gut. Die Sitzflächen könnten größer sein, das vegane Leder wird bei 35 Grad zum Schwitzbad. Eine Sitzlüftung gibt’s nicht, schade. Dafür aber: die wohl beste Standklimatisierung der Branche. Per App vorkühlen, laufen lassen beim Einkaufen – funktioniert immer, funktioniert einfach.
Und dann wäre da noch das Thema Assistenz. Der Autopilot funktioniert grundlegend gut, regelt sauber im Stau, beschleunigt angenehm – aber leider nur bis 140 km/h. Spurwechsel? Nicht möglich, ohne alles zu deaktivieren. Spurhalten? Eher bemüht als souverän. Und wer auf Rettungsgasse hofft: Fehlanzeige. Dafür: Fehlwarnungen, Schattenwischer und eine Ladung Beta-Feeling, die nicht immer Vertrauen schafft.
Das Model Y bleibt ein spannendes, in vielen Punkten beeindruckendes Auto – besonders in dieser sparsamen Long-Range-Variante. Aber es zeigt auch, wo Tesla noch nachbessern muss: beim Fahrwerk, bei der Ergonomie, bei der Software-Logik. Wer mehr wissen will, bekommt bei uns den vollständigen Test mit allen Details, Verbrauchswerten, Assistenz-Analysen und Lademessungen – drüben auf InsideEVs.de.
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2025-07-12T07:26:20Z