VERGESSENE STUDIEN: VW CONCEPT T (2004)

Am 5. Januar 2004 feierte das Volkswagen concept T seine Weltpremiere auf der North American International Auto Show in Detroit und eröffnete damit den Blick auf eine neuartige Fahrzeugkategorie. Die Wolfsburger verbanden mit dieser Studie die Eigenschaften eines kompromisslosen Offroaders mit dem sportlichen Auftreten eines klassischen Coupés.

Volkswagen knüpfte damit an eine etablierte Tradition an, zukunftsweisende Konzeptfahrzeuge in Detroit der Öffentlichkeit vorzustellen, wie es bereits zuvor beim concept 1 (der erste Ausblick auf den New Beetle), dem AAC sowie dem Microbus der Fall war. Der concept T sollte eine Lücke im Automobilmarkt schließen, da es bis zu diesem Zeitpunkt kein sportlich ausgelegtes Fahrzeug gab, das durch seine Variabilität und Antriebstechnik auch abseits befestigter Straßen eingesetzt werden konnte.

Gelände-Targa mit Sechszylinder

Technisch setzte das VW concept T auf einen kraftvollen V6-Motor mit einer Leistung von 177 kW beziehungsweise 241 PS. Die Kraftübertragung erfolgte über den permanenten Allradantrieb 4MOTION in Kombination mit dem Tiptronic-Automatikgetriebe. Das Konzeptfahrzeug beschleunigte in 6,9 Sekunden von null auf 100 km/h und erreichte eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h.

Neben den Leistungsdaten stach der concept T vor allem durch seine Karosseriekonzeption hervor. Ein prägendes Merkmal bildeten die nach oben und leicht nach außen schwenkenden Flügeltüren, die ein bequemes Einsteigen ermöglichten und seitlich wenig Platz beanspruchten. Das Dachkonzept vereinte Flexibilität und Open-Air-Gefühl, da die beiden vorderen Dachhälften als T-Bar-Roof entnommen werden konnten und auch das hintere Hardtop-Modul samt integrierter Heckklappe abnehmbar war.

Das Exterieur zeugte von hoher Eigenständigkeit. An der Front prägten der V-förmige, in den Stoßfänger integrierte Kühlergrill und die schwebend zwischen Stoßfänger und weit ausgeschnittenen Kotflügeln angeordneten Scheinwerfer das Bild. Dadurch entstand der optische Eindruck von frei angeordneten 19-Zoll-Rädern.

Ein Hauch von Buggy

Die kurze Heckpartie zeichnete sich durch hoch angesetzte Edelstahlendrohre aus, die im Geländeeinsatz vor Beschädigungen geschützt waren. Die Flanken wiesen eine prägnante Schulterpartie und eine pfeilförmige Linienführung auf, die dem Offroad-Coupé ein muskulöses Erscheinungsbild verlieh.

Auch der Innenraum folgte einem innovativen Ansatz. Die puristische Gestaltung setzte auf Aluminium-Flex-Schalensitze und funktionale Oberflächen. Besonderes Augenmerk lag auf den Wechselelementen der Verkleidungen und Sitze, bei denen ein strapazierfähiges Outdoor-Material mittels Schnellverschlüssen gegen eine edlere Lederausführung getauscht werden konnte.

Der flexible Heckbereich bot Platz für ein Ersatzrad, Gepäck oder eine zweite Sitzreihe. Technologisch war der concept T mit einem Head-up-Display sowie dem Personal Mobility Gateway ausgestattet. Diese herausnehmbare Bedieneinheit auf PDA-Basis ermöglichte die Steuerung von Fahrzeugfunktionen wie der Klimaanlage und diente zugleich als mobiles Gerät für Navigation, Telefonie, Internetzugang und Musikwiedergabe. Damals hochmodern über einen MP3-Player.

Und was wurde aus der Studie? Ein Hauch des ersten Tiguan findet sich in der Frontpartie wieder. Die konzeptionelle Auslegung ließ VW später bei der Rallye Dakar durch die Wüste rasen.

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2026-10-03T05:40:15Z