Die Bedienung vieler moderner Autos gestaltest sich zunehmend komplexer als in früheren Modellgenerationen. Haptische Schalter und klassische Tasten wurden in zahlreichen Fahrzeugen durch verschachtelte Menüstrukturen auf Touchscreens ersetzt, was von Seiten des ADAC regelmäßig kritisiert wird.
Eine umständliche Fahrzeugbedienung erhöht die Ablenkung vom Verkehrsgeschehen und steigert dadurch das allgemeine Unfallrisiko. Vor diesem Hintergrund untersuchte der Mobilitätsclub im Rahmen des aktuellen ADAC Autotests, inwieweit moderne Sprachsteuerungssysteme als praktische Abhilfe dienen können.
In der Untersuchung mussten 40 unterschiedliche Fahrzeugmodelle Befehle aus drei spezifischen Kategorien ausführen. Die Fachleute des ADAC überprüften dabei, in welchem Umfang sich das Infotainmentsystem per Sprache bedienen lässt, ob Einstellungen der Klimatisierung geändert werden können und ob sich sogar sicherheitsrelevante Fahrzeugfunktionen auf diesem Weg aktivieren oder deaktivieren lassen.
Insgesamt 16 der getesteten Modelle erreichten das Gesamtergebnis gut. Besonders positiv fiel dabei der BMW 5er auf, der 16 von 18 abgefragten Befehlen erfolgreich verarbeiten konnte. Deutlich schwächer schnitt hingegen Suzuki ab: Der neue e-Vitara verarbeitete lediglich drei von 18 Befehlen und erhielt das Testurteil mangelhaft.
Auch bei Dacia zeigte sich Einschränkungspotenzial, da die Sprachsteuerungstaste am Lenkrad ausschließlich ein verbundenes Smartphone und nicht die Systeme des Fahrzeugs ansteuert. Bei den Modellen der Konzernschwester Renault, die eine weitgehend identische Lenkradkonstruktion nutzen, lässt sich hingegen auch das Fahrzeug selbst über die Taste bedienen.
Die besten Ergebnisse erzielten die Testkandidaten im Bereich Infotainment, zu dem Funktionen wie die Navigationszielführung oder die Radiosteuerung zählen. In dieser Kategorie erhielten 35 Fahrzeuge eine gute oder sehr gute Bewertung. Bei der Regelung der Klimatisierung, wie etwa der Anpassung der Innenraumtemperatur, erreichten 26 Modelle mindestens eine dieser beiden Bestnoten.
Deutliche Defizite zeigten sich jedoch bei Sicht- und Assistenzsystemen wie dem Warnblinker oder dem Geschwindigkeitswarner, die sich in der Regel nicht per Sprache bedienen lassen. In dieser Kategorie wurde an 32 Fahrzeuge die Note mangelhaft vergeben.
Nach Einschätzung des ADAC bieten Sprachassistenten eine nützliche Unterstützung im Fahralltag, können jedoch fehlende haptische Bedienelemente nicht vollständig ersetzen. Dies gilt insbesondere für sicherheitsrelevante Funktionen, die eine unmittelbare Aktivierung erfordern. Den größten Nutzen bieten die Systeme im Bereich Infotainment, wo die Spracheingabe speziell bei aufwendigen Bedienabläufen wie der Adresseingabe im Navigationssystem oft die effizienteste Methode darstellt.
2026-10-02T06:54:52Z